Rechterhand der Kirche befindet sich das jetzige Heimatmuseum. Dieser wunderschöne schiefergedeckte Fachwerkbau mit Mansardendach hat ebenfalls eine 500-jährige bewegte Geschichte. Der genaue Zeitpunkt seiner Erbauung ist nicht nachweisbar. Genannt wird es erstmals 1652, da es als ein „neues Haus“ ein Raub der Flammen wurde. Mit Hilfe der Gemeinde wurde es 1653 wiederum aufgebaut und gilt als das erste Schulgebäude von Neuhaus. Es beherbergte die Wohnung des Lehrers, Schulräume und im untersten Stock (Keller) einen Viehstall, der ebenfalls vom Lehrer betreut wurde. Aber bereits 1692 geriet die Schule abermals in Brand. Durch einen unglücklichen Schuss eines Einwohners nach einem Vogel ging eine Scheune in Flammen auf und es entstand eine Feuersbrunst, der 17 Häuser und 11 Städel zum Opfer fielen. 1693 wird die Schule durch die Gemeinde und Spenden der Bürger wiederaufgebaut.
Erst am 04. Dezember 1848 erfolgte mit einer feierlichen Prozession unter Begleitung des Musikchores und der Kinder der Umzug in ein anderes Schulgebäude (jetzt das Haus gegenüber der AWO Seniorenanlage). Die ehemalige Schule fand ihre Verwendung für eine Lehrerwohnung und die Unterbringung des Gemeindebüros bis schließlich nach dem Errichten des „neuen“ Rathauses (jetzt das Feuerwehdepot) das ganze Gebäude zu Wohnzwecken genutzt wurde. Erst 1998 wurde dann die letzte Wohnung leergezogen. Bedingt durch die Reprivatisierung bzw. Rückübertragung des Gebäudes „Bammbelshaus“ (neben der Bäckerei Balu), in dem zuvor das Heimatmuseum untergebracht war, entschloss sich die Gemeinde, das ehemalige Schulhaus grundhaft zu sanieren. Im Jahr 2002 konnte dann das neue Heimatmuseum seiner Bestimmung übergeben werden. Hier sind jetzt auf drei Etagen sowohl Ortsgeschichte, Zeitgeschehen und Industrialisierung als auch zeitgeschichtliche Gegenstände und das bäuerliche Wohnen und Leben ausgestellt.
Besichtigungen können unter Tel. Nr. 036764/796-0 vereinbart werden.